Gartenkunst und Landschaftspflege
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Erhaltung und Entwicklung von Parks und Gärten im "grünen" Weiterbildungszentrum für Sachsen-Anhalt

Das ganze Team der gARTenakademie Sachsen-Anhalt wünscht Ihnen allen ein frohes neues Jahr, dass sogleich mit einem Mittwoch beginnt. Und so ist heute wieder Zeit für Gartentherapie! Die Gartentherapeutin Joana Obenauff von Wurzelglück aus Magdeburg berichtet heute über Einsatzmöglichkeiten und Anwendungsgebiete der Gartentherapie!

"Seit dem ich als Gartentherapeutin tätig bin begegnet mir immer wieder eine Frage: „Ach, Du therapierst also Gärten?!“ Zuerst hielt ich es für einen kleinen Scherz oder einen lustigen Eisbrecher, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Doch dann wurde mir schnell bewusst, dass die meisten Menschen einfach unsicher sind, womit sie es bei meinem Berufszweig zu tun haben. Viele meiner Gesprächspartner*innen hatten einfach nie zuvor etwas von Gartentherapie gehört.

Daher möchte ich Ihnen heute einen kleinen Einblick in das Tätigkeitsfeld der Gartentherapie geben.

Gartentherapie ist mehr als bloße Gartenarbeit! Sie ist ein gesteuerter Prozess, der mit Hilfe von Therapieplänen vorbereitet, durchgeführt und evaluiert wird. Sie bezeichnet die aktive Auseinandersetzung mit der Natur, bei der gärtnerische Tätigkeiten und Naturerlebnisse zur Steigerung des körperlichen, seelischen und geistigen Wohlbefindens der Menschen zum Einsatz kommen. Gartentherapie ist ein ganzheitlicher, kostengünstiger Ansatz für Einzelpersonen oder Gruppen und bietet eine stationäre und ambulante Ergänzung oder Alternative zu herkömmlichen therapeutischen Strategien - wie zum Beispiel Ergotherapie, Physiotherapie, Psychotherapie, Heilpädagogik u. a.

Menschen aller Altersgruppen, unabhängig von ihren körperlichen oder geistigen Fähigkeiten und unabhängig von ihrer sozialen oder ethnischen Herkunft, können am Gartenleben teilhaben. Im Mittelpunkt steht hierbei der einzelne Mensch. Er wird als Ganzes gesehen und seine individuellen Bedürfnisse, Ressourcen und Potenziale bestimmen die Aktivitäten.

Das gesundheitsfördernde Potenzial der Natur kann sich in allen natürlichen Umgebungen entfalten und es benötigt keinen extra hierfür angelegten Garten. Gärtnerische Tätigkeiten mit Pflanzen können jahreszeitenunabhängig im Freien oder in Innenräumen durchgeführt werden – im Gewächshaus, im Wohnzimmer, im Gemeinschaftsraum, im Klassenzimmer, auf dem Balkon, auf der Terrasse, im Innenhof, im Krankenzimmer, im Park und an vielen anderen Orten.

Gartentherapie schafft anregende und abwechslungsreiche Erlebnisse, die eine sinnvolle und bereichernde Ergänzung für Privatpersonen oder Einrichtungen darstellen wie zum Beispiel: Kindertagesstätten, Schulen, Horte, Wohn- und Betreuungseinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Senioren (ambulant, teilstationär, stationär), Krankenhäuser, Rehakliniken, Suchtkliniken.

Das gesundheitsfördernde Potenzial der Natur kann zur Verbesserung körperlicher, geistiger, seelischer und sozialer Beeinträchtigungen und Symptome zum Einsatz kommen u. a.: Depression, Stresserkrankungen & Burn-Out, Demenz, Bewegungsstörungen und Bewegungsmangel, Störungen der sinnlichen Wahrnehmung, Störungen der Grob- und Feinmotorik, verminderte körperliche Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit, Konzentrationsschwäche, soziale Abgeschiedenheit, Orientierungslosigkeit.

Der Garten ist zudem eine der besten Vorbereitungen auf ein lebenslanges Lernen und die Arbeit in ihm lehrreich und entwicklungsfördernd. Er lehrt uns das Verständnis von natürlichen Kreisläufen, Lebenszyklen und Jahreszeiten. Er stärkt unser Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge und vermittelt uns das Wissen über die Herkunft und den Anbau gesunder Lebensmittel als wichtige Basis für unsere Gesundheit. Und nicht zuletzt lehrt er uns, dass der Mensch auf seine Umwelt und deren Unversehrtheit angewiesen ist, und dass Natur geschützt werden muss."

Wenn Sie mit Frau Obenauff gerne einmal ins Gespräch kommen oder eines Ihrer grünen Angebote wahrnehmen möchten, besuchen Sie gerne ihre Website www.wurzelglueck.de!