Gartenkunst und Landschaftspflege
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Erhaltung und Entwicklung von Parks und Gärten im "grünen" Weiterbildungszentrum für Sachsen-Anhalt

Der März hat begonnen, überall reckt und streckt sich schon die Natur. Bald ist es soweit und sie wird mit all ihrer schöpferischen Energie vollends aus ihrem Winterschlaf erwachen und allen Menschen, ob jung oder alt mit ihrer heilsamen Wirkung zur Seite stehen!

Die Gartentherapeutin Joana Obenauff von Wurzelglück aus Magdeburg berichtet daher heute von den positiven Wirkungen der Gartentherapie in Einrichtungen der Seniorenbetreuung und -pflege.

"Ein Garten vermittelt Geborgenheit.

Bis ins hohe Alter knüpfen wir unzählige Verbindungen zur Natur, sei es in der Heimat oder auf Reisen, die uns ein Leben lang begleiten. Oft ist es aber ein Garten und die mit ihm verbundenen Tätigkeiten, die unser Leben am meisten prägen. Diese Verknüpfungen werden zu einem festen Bestandteil unserer Biografie. Sie sind so fest in uns verankert, dass Bäume, Blumen und Kräuter noch in hohem Alter und bei Demenz in uns ein vertrautes Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit auslösen.

Ein Garten lässt uns erinnern.

Der Garten lässt uns den natürlichen Rhythmus von Werden und Vergehen begleiten und gibt uns dadurch Orientierung. Er bietet uns mit seinen Kräutern, Bäumen und duftenden Blumen, durch ihre unterschiedlichen Oberflächen, Farben und Gerüche, vielfältige Sinneseindrücke, die unsere Erinnerungen lebendig werden lassen und uns alte Geschichten entlocken.

 

Ein Garten zeigt uns, dass wir gebraucht werden.

Der Aufenthalt im Garten kann helfen, die Verbindung mit der Umwelt, mit sich selbst und dem sozialen Umfeld möglichst lange aufrecht zu erhalten. Das natürliche Licht, die Bewegung und die vielfältigen Sinneseindrücke fördern gesunde Müdigkeit, minimieren Unruhe und regen den Appetit an. Vertraute Tätigkeiten, Pflanzen und natürliche Materialien stärken die Kommunikation und das Gefühl, noch etwas bewirken zu können. Ein Garten fördert soziale Kontakte, schafft gemeinsame Interessen und bietet die Möglichkeit des Austauschs und Wertschätzung von Erfahrungen.

 

Ein Garten fordert uns auf, aktiv zu werden!

Pflanzen binden uns ein, fordern uns auf und machen uns neugierig. Sie besitzen aus sich heraus einen hohen Aufforderungscharakter. Der Garten ist ein Ort, der Teilhabe ermöglicht, in dem Selbständigkeit und das Vertrauen in das eigene Vermögen gefördert werden und Identität gefunden wird. In ihm werden wieder Beziehungen zur Natur, zu anderen und zu sich selbst geknüpft. Durch die körperliche Betätigung werden, Ausdauer, Koordination, körperliches Wahrnehmen und Gleichgewichtssinn trainiert und Langeweile vermindert. Auch für Bewohner, deren Mobilität beeinträchtigt ist, die bettlägerig oder demenziell erkrankt sind, ist eine basale sensorische Stimulation durch Pflanzen möglich.

 

Gartentherapie – Mehr als bloße Gartenarbeit!

Außenanlagen und Gärten von Senioreneinrichtungen stellen für die ambulanten und stationären Bewohner eine Erweiterung des Lebensraumes dar und bieten neben dem Alltag eine sinnbringende Aufgabe. Gartentherapie bietet Senioren anregende und abwechslungsreiche Erlebnisse, die eine sinnvolle und bereichernde Ergänzung zum privaten oder (teil-)stationären Alltag darstellen – dies gilt auch für bettlägerige oder demenziell erkrankte Senioren.

Angebote im Freien können regelmäßige gartentherapeutische Gruppen- oder Einzelangebote sein: pflanzen, säen, ernten, pflegen, beobachten, aktive und kreative Auseinandersetzung mit der natürlichen Umgebung und mit natürlichen Materialien. Begleitete Spaziergänge, gemeinsame Mahlzeiten auf der Terrasse, nach draußen Verlagerung von Pflegehandlungen an Bewohnern und vieles mehr

 

„Die gärtnerische Arbeit gilt als ein Heilmittel, das hilft, Ordnungen und Rhythmen wieder herzustellen, die beschädigt worden oder abhanden gekommen sind.“

Jürgen Dahl 1929 – 2001 u. a. Gartenkolumnist in den Zeitschriften natur, kraut & rüben"