Gartenkunst und Landschaftspflege
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Erhaltung und Entwicklung von Parks und Gärten im "grünen" Weiterbildungszentrum für Sachsen-Anhalt

Alles neu macht der Mai und alle Säfte lässt er fließen und alles Grün wieder sprießen! Die Natur hält im Wonnemonat für jeden unserer Sinne etwas bereit - das frische Grün der Bäume, ihre duftenden Blüten, der Frühlingswind auf der Haut und der Genuss von frischen Wildkräutern. Heute berichtet die Gartentherapeutin Joana Obenauff von Wurzelglück (Magdeburg), welches Wildkraut ihr in diesem Monat besonders gut schmeckt.

„Gartentherapie nutzt die aktive Auseinandersetzung mit der Natur und gärtnerische Tätigkeiten, um das körperliche, geistige und psychische Wohlbefinden von Menschen zu stärken. Wildkräuter sind ein wunderbares Medium, um dieses Ziel zu erreichen – sie sind ein Genuss für alle Sinne. Als Wildkräuter werden krautige Pflanzen bezeichnet, die zum Verzehr geeignet und nicht durch Züchtung entstanden sind, also in ihrer ursprünglichen und natürlichen Form vorkommen. Sie wachsen je nach Art auf Wiesen, Äckern, im Park, Wald oder auch im eigenen Garten. Viele Wildkräuter werden auch als Heilkräuter bezeichnet, da ihnen eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit nachgewiesen ist.

Bei Belastung durch Stress können Wildkräuter bei einem Waldspaziergang für die nötige körperliche Betätigung und Entspannung sorgen. Denn die Gaben der Natur müssen vor der Verarbeitung gesucht und gesammelt werden. Die Bewegung an frischer Luft, das tiefe Durchatmen sowie das Einatmen der klaren Waldluft und das konzentrierte Beobachten der Umgebung, wo sich das gewünschte Kraut wohl erblicken lässt, lassen den Alltag und seinen Stress vergessen. Viele Kräuter (z. B. Echte Kamille oder der honigsüße Durft des Mädesüß) verfügen über sehr aromatische ätherische Öle, die sich oft schon durch bloße Berührung oder leichtes Drücken der Blätter entfalten und die Sinne berauschen. Die 1500 essbaren Wildkräuter, die in Deutschland wachsen, lassen auch in der Küche keine Wünsche für die Sinne übrig. In den Blättern, Blüten und einigen Wurzeln steckt ein großes Plus für die Gesundheit: Vitamine, Mineralien, Gerb- und Bitterstoffe, ätherische Öle sowie sekundäre Pflanzenstoffe, geben unserem Immunsystem nach dem langen Winter einen gesunden Kick. Doch sie wirken auch als Tee, Kompressen, Tinkturen, Liköre oder in Naturkosmetik. So heilen sie die Haut, lockern verspannte Muskeln, beruhigen die Nerven oder schenken einen tieferen Schlaf.

Jetzt im Mai tut es mir persönlich immer ein ganz besonderes Kraut an: der Giersch! Er wächst ohne Probleme im eigenen Garten, ist aber auch in lichten Wäldern zu finden. Er wächst so gut und robust, dass viele Gärtner auf ihn schimpfen, da er sich schnell und gerne ausbreitet! Ich sage ja immer: der Giersch wächst nicht zu schnell, wir essen ihn nur zu langsam! Der Giersch kann von April bis Juli geerntet werden und gehört zu den Doldenblütengewächsen. In der Volkskunde ist er unter anderem auch als Dreiblatt, Erdholler (sein Austrieb erinnert an den von Holunder) oder Geißfuß bekannt. Seinen letzten Namen verdankt er seinen Blättern, die sich dreifach in Fiederblättchen aufteilen und so an einen Ziegenfuß erinnern. Um den Giersch eindeutig zu erkennen, gibt es folgende Eselsbrücke: 3 x 3 x 3 bist Du beim Giersch dabei: Er hat drei Fiederblättchen, von denen das oberste aus wiederum drei Blättern besteht und sein Stengel ist spürbar dreikantig. Die Blüten zeigen sich in weißen Dolden aus winzigkleinen Einzelblüten, die an 12 bis 25 Blütenstängeln sitzen, die im Ganzen die Dolde bilden. Sein Geschmack kann an Möhren, Sellerie aber auch an junge Erbsen oder Spinat erinnern - das empfindet jeder immer etwas anders.

Als Heilpflanze wird er vor allem bei Gicht und Rheuma eingesetzt, da er über entzündungshemmende und harnsäurelösende Eigenschaften verfügt. In der Küche können die frischen Triebe als Salat gegessen, zu einer Quiche verarbeitet oder als Tee getrunken werden. Meine Gierschleibspeise ist Gierschpesto – das Rezept möchte ich gerne mit euch teilen:

Für ein normales Marmeladenglas benötigt ihr:
- ein Gemüsenetz (z. B. wie sie im Supermarkt verwendet werden) voller Giersch
- 2 Knoblauchzehen (nach Lust und Geschmack auch gerne mehr!)
- ca. 80 g geriebenen Parmesan
- ca. 200 ml Rapsöl, so viel, bis das Pesto eine geschmeidige Konsistenz hat (Olivenöl hat einen zu starken Eigengeschmack)
- 80 g Cashewkerne
- Salz und Pfeffer nach Belieben
- 1 Tl frisch gepressten Zitronensaft

Nach dem die dickeren Stengel entfernt, die Kräuter gewaschen und ein wenig abgetrocknet sind, wird alles miteinander in ein höheres Behältnis (z. B. ein Messbecher) gegeben und mit dem Pürierstab zu einem cremigen Pesto püriert. Mit Salz und Pfeffer abschmecken – und fertig! Wenn das Pesto in ein Glas gefüllt wird, sollte zum Abschluss das Pesto mit ein wenig Öl bedeckt werden! Das verhindert die Oxidation macht das Pesto einige Tage haltbar – wenn es nicht vorher aufgegessen wird, hält es sich so bis zu 4 Tage im Kühlschrank!“

Wer mehr über Wildkräuter wissen möchte, kann gerne mit Joana Obenauff in Kontakt treten! Besuchen Sie hierzu gerne auch ihre Website: www.wurzelglueck.de