Gartenkunst und Landschaftspflege
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Erhaltung und Entwicklung von Parks und Gärten im "grünen" Weiterbildungszentrum für Sachsen-Anhalt

Das gebietsübergreifendes Kooperationsprojekt „NATUR im GARTEN. Vielfalt im Garten in Sachsen-Anhalt“ fand nach zwei Jahren Projektlaufzeit am 15.10.2019 auf Schloss Hundisburg seinen Abschluss. Die zahlreichen Teilnehmer konnten sich durch die Vorstellung der 5 Projektbausteine einen umfangreichen Überblick über die Inhalte und Ergebnisse des Projektes machen, an dem 5 Lokale Aktionsgruppen (LAG) 5 Projektträger und 6 Büros gearbeitet haben und über 5.000 weitere Beteiligte eingebunden waren. 

Mit dem gebietsübergreifende Kooperationsprojekt „NATUR im GARTEN . Vielfalt im Garten in Sachsen-Anhalt“ wurde die Bildung und Stärkung eines ökologischen Bewusstseins für eine breite Bevölkerungsschicht in den Bereichen Ökologie – Umweltschutz – Bildung – Tourismus – Denkmalpflege - Bürgerschaftliches Engagement entwickelt und umgesetzt.

Durch das Projekt wurde das „Natur im Garten“-Schaugarten-Netzwerk mit mehr als 20 Gärten aufgebaut und mit mehr als 60 gartenaffinen Veranstaltungen in Parks und Gärten (Kunst im Gartensommer und Offene Gärten) wurden über 4.000 Besucher erreicht. Mit der Planung barrierefreier Angebote im Garten und im Kommunikationsbereich wurde das Augenmerk auf Kloster- und Pfarrgärten gelegt und durch die Attraktivierung und Stärkung der Vielfalt von Grünen Gemeindeflächen wurde den Gärten zwischen den Gartenträumen besondere Aufmerksamkeit und Beachtung geschenkt. Vielfältige Gartenreiseangebote und Führungen haben zudem zahlreiche Gäste schon für die Gärten Sachsen-Anhalts interessiert.

 


Baustein 1: Natur im Garten-Schaugärten - touristisch. ökologisch. wirtschaftlich

Die Workshopreihe „Was es bedeutet, Schaugarten zu sein!“ fand in unterschiedlichen Gärten statt. Mit dabei waren das Kloster Jerichow und sein Klostergarten (LAG ELFI) , der Garten der Handelsgärtnerei Jolanda van Amerom in Ostingersleben (LAG FH), der Privatgarten von Marieta & Hans Günther Rose in Havelberg OT Kümmernitz (LAG EHW) und der Privatgarten von Sabine & Albrecht Müller in Arendsee OT Neulingen (LAG MA). Die Workshops an wechselnden Standorten durchzuführen ermöglichte es den potenziellen Schaugärtner*innen, andere zukünftige Schaugärten kennenzulernen und sich einen Überblick über das breite Gartenspektrum des Netzwerkes machen zu können. Dieser Überblick wurde durch eine Gartenführung unterstützt, die zu jedem Workshop angeboten wurde. Die Gartenführer*innen referierter über ihre Erfahrungen beim ökologischen Pflegen und Bewirtschaften ihrer Anlagen und gaben ihre Erfahrungen mit Besuchergruppen und deren Erwartungen und zur Durchführung von Veranstaltungen weiter.

Lokale Aktionsgruppe: Mittlere Altmark
Projektträger: gARTenakademie Sachsen-Anhalt e. V.
Büro: Dipl.-Ing. Joana Obenauff; Wurzelglück - Gartenzeut I Gartentherapie I Gartenberatung (Magdeburg)

 

Baustein 2: Kunst im Gartensommer

Die Auswahl der im Jahr 2019 bespielten Orte erfolgte auf der Basis der Vielfalt der im Elb-Havel-Winkel vorhandenen Gartenlandschaften. Kunst und Kultur in den Gärten zu erleben, sich miteinander lebendig zu fühlen, mitgerissen zu werden, das Staunen gemeinsam zu teilen und die Stille zu hören, das waren die Ursprungsgedanken für die Entwicklung der Veranstaltungsreihe „Kunst im Gartensommer“.

In mehreren Workshops wurde gemeinsam mit den vielfältigen Akteuren wie Gartenbesitzern, Vereinen, Kunstschaffenden, Kunsthandwerkern, Biosphärenreservatsverwaltung, Tourismusführern, Gastronomen und Verantwortlichen aus den Kommunen die Projektentwicklung der Reihe „Kunst im Gartensommer“ vorangetrieben und durch das Organisationsteam begleitet. Aus dem Füllhorn der erarbeiteten Ideenbilder und der skizzenhaften Projektvorstellungen der bekennenden Akteure wurden für die gesamte Region einzelne Aktionsräume lokalisiert und ein Veranstaltungskalender entwickelt.

Der Monat Juni war ausgefüllt mit Aktivitäten, denn aus den ursprünglich mindestens acht Veranstaltungen haben sich 30 entwickelt. An drei Sonntagen präsentierten sich die zur BUGA 2015 entstandenen Kleinodien. Die musikalischen Darbietungen regionaler Künstler erfreuten das Publikum und beim Philosophieren über das schöne Leben, mit Blick auf die Havel, wurde so manche neue Veranstaltungsidee geboren. Mit der Überschrift „offene Galerien“ animierten die Garzer Havelhöfe, das Atelier „enpassant“ mit dem „petit jardin“, die Galerie „Stadtinsel“ und die „Old School ICA“ sich zu Workshops anzumelden, drei Ausstellungen von regionalen und überregionalen Künstlern und Bildhauern zu besuchen.

Lokale Aktionsgruppe: Elb-Havel Winkel
Projektträger: Hansestadt Havelberg
Büro: Daniela Süßmann; Ihr Freiraumplaner (Magdeburg)


Baustein 3: Gartenreisen - Aktiv-, Kultur- und Genuss-Mark stärken

Durch die Aktivitäten der Projektbearbeitung sind für den Stadtpark Tangerhütte mehrere potenzielle Parkführer gefunden sowie Kontakte hergestellt zu regionalen Dienstleistern, die touristische Leistungen anbieten und regionaltypische Erzeugnisse vermarkten. Daraus ist eine Datenbank regionaler Partner für die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte entstanden, die effektive Organisation touristischer Aufenthaltsprogramme ermöglicht, insbesondere auch mit kulinarischen Stärkungen und Bewirtung im historischen Stadtpark bzw. im Neuen Schloss oder in den Räumlichkeiten der Anbieter. Die ermittelten Erfahrungen und Kompetenzen der Akteure ermöglichen Angebote und angepasste Führungen für verschiedene Zielgruppen.

Der gARTenakademie Sachsen-Anhalt e.V. übernimmt ab 2020 für das gesamte Kooperationsprojekt und landesweit die Vernetzung der offenen Parks und Schaugärten. Der Verein nimmt die Gärten in seine Datenbank auf, präsentiert sie über seine Webseite und vermittelt Reiserouten und Gartenreisebegleiter in Sachsen-Anhalt.

Lokale Aktionsgruppe: Uchte-Tanger-Elbel
Projektträger: Stadt Tangerhütte
Büro: Christine Lehmann; Gästeführerin (Tangerhütte)


Baustein 4: Lebendige Kloster- und Pfarrgärten

Erarbeitung einer gartenarchitektonischen Studie für die Gesamtgestaltung der Außenanlage Kloster Jerichow
Die Studie gliedert sich in die umfassende Bestandsaufnahme (Teil 1) sowie in den Planungsteil (Teil 2) des detailreichen Entwurfskonzeptes. Nach der Erstellung einer Plangrundlage wurden verschiedene Aspekte wie z.B. ein Baumkataster und Vegetation, Naturraum, Nutzungen, Eigentumssituation, Erschließung, touristische Routen und Raumbild vor Ort kartiert, analysiert und als Plandarstellungen gezeichnet. Ein umfangreicher Textteil mit Fotos und Abbildungen wurde erarbeitet. Zur Planung wurden Leitthemen und das Entwurfskonzept mit zwei Varianten zur komplexen Gesamtplanung der Anlage entwickelt und gezeichnet inkl. Visualisierungen, Fotos, Erläuterungstexten, Abstimmungen mit dem Auftraggeber und frühzeitiger Einbeziehung der Denkmalpflege. Umfang: Bestand mit Bestandserfassung, -dokumentation und -analyse; Baumkataster; 18 Pläne; 4 Entwurfspläne sowie zahlreiche Visualisierungen, Skizzen, Abbildungen und textliche Ausführungen.

Entwicklung einer Handreichung für ein übertragbares Leitsystem für weitere Gärten
Der Leitfaden zum barrierefreien Leitsystem im historischen Kontext wurde von der Zusammenstellung der Grundlagen und Konzeption über die Aufnahme von Fotografien, Fotoauswahl bis hin zum Verfassen der Texte erarbeitet. Nach einer Einführung zum Ansatz „Design für Alle“, einem Überblick über die wesentlichen Normen und Richtlinien und den „Dialog zwischen Denkmalpflege und Barrierefreiheit“ werden verschiedene Gartenelemente eines Leitsytems anhand von ausgewählten Beispielen vorgestellt: u. a. werden Informationsstelen, das Wegesystem, Beete und Panzen und ein Leitsystem der Sinne thematisiert. Dabei ist der Kontext zur Kulturgeschichte wesentlich.

Workshops
Füe die Workshops „Gärten und Freiräume für Alle - Barrierefreiheit 2.0“ und „Kloster- und Pfarrgärten und ihre Pflanzen“ wurde jeweils ein Konzept und eine Päsentation erstellt. Beide Workshops waren so konzipiert, dass neben dem theoretischen Wissen vor allem die Praxis und Übertragbarkeit auf den eigenen Garten/die Museumsanlage in Jerichow im Vordergrund stand.

Lokale Aktionsgruppe: Zwischen Elbe und Fiener Bruch
Projektträger: Kloster Jerichow
Büro: Anja Möller; Landschaftsarchitektur I Kulturgeschichte I Städtebau I Objektdesign (Potsdam)


Baustein 5: Grüne Gemeinden und Partizipation

Ziel des Projektes „Grüne Gemeinden“ war die Akzeptanzbildung in der Öffentlichkeit für eine naturnahe Gestaltung und Pflege öffentlicher und privater Grünflächen. Durch eine transparente und informierende Präsentation von naturnahen Pflegemethoden im Schaugarten des Börde-Museums Burg Ummendorf und in den öffentlichen Grünflächen der Gemeinde Obere Aller, wurde viel Aufmerksamkeit für das Thema geschaffen. In den beteiligten Gemeinden wurden zahlreiche Veranstaltungen, Schulungen, Projekttage und Workshops angeboten, um die Kriterien für eine nachhaltige ökologische Gestaltung und Pflege in den Kommunen zu festigen.

Workshops und Schulungen zu den wichtigsten Handlungsfeldern wie nachhaltige Wiesen- und Rasenpflege, naturnahe Staudenund Gehölzverwendung sowie naturverträgliche Wildkrautbeseitigung und Bodenpflege in öffentlichen Grünflächen vermittelten den kommunalen Bauhofmitarbeitern und Planungsverantwortlichen in den Kommunen ein vielseitig anwendbares Wissen. Durch die naturnahe Grünflächenpflege im öffentlichen Grünraum werden private Gärtner von der naturnahen Pflege auch im privaten Garten überzeugt. Im Vordergrund standen vielseitige Themen, die in allen Kommunen von großem Interesse sind. Ein gemeinsamer „Tag der Grünen Gemeinden“ bot regen Austausch zu fachlichen und kaufmännischen Themen. Hier wurde diskutiert und ausgetauscht wie Partizipation und Anwendung unterschiedlicher Pflegemethoden als Teil der Umsetzung der geplanten Leitbilder das Thema naturnahe Grünflächen in Kommunen voranbringen können. Es fanden verschiedene Workshops statt, die die einzelnen Fachpersonen in den Kommunen und interessierte Privatpersonen mit zahlreichen Informationen versorgten. Dabei stand der Erfahrungsaustausch zwischen den Fachkräften an vorderster Stelle. Ergänzt wurden die Veranstaltungsreihe durch die projektübergreifenden Schulungen für Fach- und Führungskräfte in der Hochschule Anhalt, Campus Bernburg.

Lokale Aktionsgruppe: Flechtinger Höhenzug
Projektträger: Landkreis Börde
Büro: Annett Kriewald; Garten- und Landschaftsarchitektur (Magdeburg)


Projektbetreuung

Es wurden in Gemeinschaftsarbeit erstell
6 Rollups: ein Exemplar mit Infos über alle 5 Bausteine, ein Rollups für den jeweiligen Baustein

5.500 Stück Sonderdruck Schaugarten, anstelle von 4 Banner: Für 11 Schaugärten einen Einzelflyer jeweils 500 Stück

Gesamt 25.000 Stück Flyer / Werbematerial für jeden Projektträger
5.000 Stück Übersichtsflyer – Infos über alle 5 Bausteine
4.000 Stück Schaugärten für alle
4.000 Stück Kunst im Gartensommer (Broschüre)
4.000 Stück Aktiv Kultur Genuss – Gartenreisen
4.000 Stück Kloster- und Pfarrgärten
4.000 Stück Grüne Gemeinden

50.000 Stück Werbematerial: „So‘n Mist“ und „Tolle Wolle“ wurden als Give-Aways ausgegeben und sehr gut nachgefragt (gepackt von der Lebenshilfe Tangerhütte)

Gesamt 12.000 Stück, Jeweils ein Themenblatt für die 5 Bausteine, ein zusätzliches Themenblatt für Kloster- und Pfarrgärten, 6 Themenblätter mal 2.000 Stück

2.000 Stück Gemeinsames Buch (Softcover) zur Darstellung der Ergebnisse des Kooperationsprojektes „Natur im Garten . Vielfalt im Garten!