1. Aktion Arendsee blüht auf

Eine anschauliche Menschentraube hat sich am Morgen des 8. September vor dem Haus des Gastes in Arendsee zusammengefunden. Bewaffnet mit Gartenschaufel, Blumenzwiebel und jeder Menge Tatendrang heißt es für die freiwilligen Helferinnen und Helfer: die öffentlichen Beete vor der Stadtbibliothek schöner machen und biodivers aufwerten.

Dazu aufgerufen hat die gARTenakademie unter Vorsitz von Christa Ringkamp im Rahmen des „Gesund durch Gartenjahr“-Projektes des europäisch geförderten LEADER ESF+ Programms, gemeinsam mit der Stadt-Klimaschutzbeauftragten Annika Tietz. Von der Idee zur Aktion verstrich wenig Zeit, und die Bürgerinitiative Arendsee konnte zur Tat schreiten, mit viel Zulauf. Interessierte der Volkssolidarität, des Frauenchors und des Kunstituts waren gekommen, genau wie Bürgermeister Norman Kleebe oder Gärtnerinnen und Gärtner aus Nachbarorten wie Kaulitz mit der SoLaWi. Auch Passanten und Nachbarn schlossen sich im Laufe des Vormittags an, angelockt durch Neugier und gute Stimmung.

Nach einer kurzen Einführung durch die gARTenakademie ging es für alle ins Beet. Zwar hatte der Bauhof schon Großteile des ökologisch unbrauchbaren Kirschlorbeers entfernt, doch viel Detailpflege stand trotzdem noch an.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte das MDR-Kamerateam um Moderator Michael Wasian, das zum zweiten Mal dabei war – nicht nur zum Mitpacken, sondern vor allem um die Ausgabe für den 15. 9. um 19 Uhr, der Reihe „mitmachen statt meckern” zu drehen. 

Bei Sonnenschein und erfrischendem Wind wurden restlicher Pflanzenunrat, Steine und Müll aus den Beeten vor dem historischen Haus gesammelt und mit Hilfe des Bauhofs neue Erde aufgefüllt. Während die einen vertieft ins Gärtnern waren, nutzten andere den Vormittag zum Netzwerken und Austauschen. Es wurde über Nachhaltigkeit und Biodiversität beraten und neue Ideen für die nächste Stadtbegrünung geboren.

Angestimmt vom Frauenchor bot sich den Teilnehmern sogar eine knackige Musikeinlage zum Mitsingen.

Bis kurz vor 11 Uhr dann die Verstärkung anrückte: knapp zehn Kinder der Kita Seeperle kamen, um beim Knollenpflanzen zu helfen. Die Kleinen waren begeistert, die Zwiebeln von Narzissen bis Krokussen erst in der Schubkarre zu vermengen und dann in die vorbereiteten Beete zu verteilen. Danach erhielt jeder von Klein bis Groß eine Schaufel, und die Stauden, Knollen und Kräuter wurden eingegraben.

Die Pflanzenauswahl teilte sich in zwei Konzepte auf: ein sogenanntes „Prärie-Beet” und ein bunteres „Blüten-Beet“. Beide seien genau angepasst an ihren Standort und sollen unterschiedliche ökologische, klimafreundliche und diversitätsfördernde Verbesserungen mitbringen, erklären die Konzeptplanerinnen Miek Stap und Jolanda van Amerom.

Auf die frisch gepflanzten Büsche kam zum Abschluss noch eine dünne Schicht Ziegelsplitt, die starkes Austrocknen vorbeugt, sowie eine großzügige Menge Wasser, sodass am Ende knapp 5,6 Tonnen Boden aufgefüllt wurden.

Kurz vor 12 Uhr endete die fleißige Gruppe mit zufriedener Bilanz und erfolgreichem Grünbeet vor dem Haus des Gastes. Chorvorstand Barbara Meredig lässt ihre Freude offen raus: „100 pro würde ich wieder kommen und die Stadt verschönern, einfach, weil ich Arendsee so liebe”, sagt sie.

Christa Ringkamp geht mit einem neuen Termin nach Hause: dem „Verschönerungs-Stammtisch“, der immer am letzten Dienstag des Monats um 17 Uhr stattfinden soll. Dabei handelt es sich um eine offene Rederunde, die in konkreten Projekten wie „Arendsee blüht auf” enden soll.

Jeder ist willkommen und jede Idee wird beraten – für mehr Biodiversität, mehr Artenvielfalt, gefördertes Mikroklima und mehr Gemeinschaftlichkeit!