Torffrei gärtnern Aktionswoche

Die Bundesweite Aktionswoche “Torffrei gärtnern!” findet vom 13. bis 22. März 2026 statt. Sie ist eine Initiative des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), unterstützt durch Unternehmen, Verbände sowie Umwelt- und Naturschutzorganisationen, um das Bewusstsein für die Bedeutung torffreien Gärtnerns zu schärfen.

Bundesweite Aktionswoche

Beim Kauf auf Kennzeichnung achten

Torffreie Erden bereichern inzwischen die Sortimente der meisten Gartenfach- und Baumärkte sowie Gärtnereien. Das Angebot verschiedener Hersteller reicht von Universalerden bis hin zu Substraten für Spezialanwendungen für die Anzucht von Kräutern, Gemüse, Blumen oder Hecken- und Strauchpflanzen. Achten Sie beim Kauf von torffreien Substraten auf die genaue Kennzeichnung: Nur Produkte, die mit dem Aufdruck “torffrei” oder “ohne Torf” gekennzeichnet sind, werden ihrem Namen auch gerecht. Torfreduzierte oder torfarme Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Ist die Kennzeichnung nicht eindeutig, hilft ein Blick auf die Inhaltsstoffe. In den torffreien Erden kommen anstelle des Torfes alternative Rohstoffe wie Grüngutkompost, Holzfasern, Rindenhumus oder Kokosprodukte zum Einsatz.

Wasserversorgung

Durch den Torfverzicht kann die Blumenerde weniger gut Wasser speichern als torfhaltige Erden und trocknet oberflächlich schneller aus. Wasser versickert schneller und kann sich am Boden des Pflanzgefäßes sammeln.

Daher:

  • Vor dem Gießen mit dem Finger (bis zum 2. Knöchel, etwa 2–3 cm tief) fühlen, ob Wasser benötigt wird.
  • Öfter und in kleineren Mengen gießen.
  • Staunässe vermeiden.
  • Für die optimale Erdfeuchte ist die Verwendung eines Gefäßes mit Wasserspeicher empfehlenswert.

Düngung

Dünger und die Zusammensetzung der Erde beeinflussen sich gegenseitig. Das kann die Düngewirkung reduzieren. Blumenerde und Dünger sollten entsprechend aufeinander abgestimmt werden.

Daher:

  • Zusammensetzung von Dünger und Substrat vergleichen. Blumenerden mit viel Holzbestandteilen brauchen zum Beispiel eine stickstoffbetonte Düngung.
  • Blumenerden mit Kompost enthalten z. B. viel Phosphor – der muss nicht zusätzlich gedüngt werden.
  • Regelmäßig düngen: Orientierung geben die Empfehlungen auf den Verpackungen der Blumenerde sowie des Düngers.

Lagerung

Während der Lagerung können sich bei torffreien Erden das Volumen, der Nährstoffgehalt und der pH-Wert verändern.

Daher:

  • Erde trocken, vor Sonneneinstrahlung geschützt und möglichst kühl lagern.
  • Erde möglichst direkt nach dem Einkauf nutzen.
  • Angebrochene Erdensäcke wieder fest verschließen, so dass die übrige Erde geschützt ist.

Weitere Pflegehinweise

  • Neben einer guten Wasser- und Nährstoffversorgung muss auf Krankheiten und Schädlinge geachtet werden. Kranke oder stark befallene Pflanzen sollten, sofern nicht anderweitig behandelbar, entfernt werden.
  • Bei Blumenerden mit viel Holzfaser kann sich der Stickstoffgehalt schnell ändern. Bei schlechtem Wachstum und hellgrüner Verfärbung der Pflanze sollte frühzeitig und regelmäßig gedüngt werden.
  • Blumenerden mit viel Kompost neigen zur Vernässung. Beim Gießen ist daher besondere Aufmerksamkeit gefragt. Im Untersetzer stehen gebliebenes Wasser sollte nach 5 Minuten abgegossen werden.
  • Durch die Beimischung von Tongranulat kann der Erde bei Bedarf eine stabilere Struktur und eine bessere Speicherfähigkeit verliehen werden.

Regionale Kreisläufe unterstützen

Alternativ lohnt sich auch der Besuch einer regionalen Kompostierungsanlage für Grünabfälle, die gütegesicherten Kompost günstig und in größeren Mengen anbietet. Grüngutkompost ist zwar mikrobiell aktiver als Torf und weist übers Jahr keine konstanten Qualitäten auf, ist aber eine gute Alternative für den Einsatz im Hobbygarten. Er weist eine hohe Nährstoffkonzentration und ein gutes Wasserhaltevermögen auf. Aufgrund möglicher Unterschiede in Qualität und Struktur sowie des hohen pH-Werts eignet sich Grüngutkompost am besten als nährstoffreicher Torfersatz mit einem Anteil von bis zu 25 % in anderen torffreien Mischungen.

Eigeninitiative gefragt!

Greifen Sie auch auf den hauseigenen Kompost zurück – das schont zusätzlich Ressourcen und schützt das Klima. Kompost eignet sich zudem hervorragend zum Mulchen und als Bodenverbesserer. Allerdings kann unverrottetes Material das Pflanzenwachstum schädigen, hier ist der richtige Umgang gefragt. Ein geeigneter Gartenkompost braucht mindestens 12 Monate, bis er vollständig zersetzt ist. Vor der Verwendung sollten Sie die Komposterde zudem sieben, um ungewünschtes und grobes Material zu entfernen. Aber Vorsicht! Aufgrund des höheren pH-Werts und Salzgehaltes eignet sich Kompost nicht für alle Pflanzen. Insbesondere für Pflanzen, die saure, kalkarme oder mineralische Substrate bevorzugen (z.B. Rhododendron, Lavendel, Erdbeeren), setzen Sie besser torffreie Spezialerden ein.