Am 30. Juni ist internationaler „Natur im Garten“ Tag – ein starkes Zeichen für Naturschutz und Artenvielfalt
Am heutigen internationalen „Natur im Garten“-Tag wird europaweit für naturnahes Gärtnern und die Gestaltung von Naturgärten geworben. Wer seinen Garten nach den Kriterien von „Natur im Garten“ pflegt und Elemente wie wilde Ecken, heimische Pflanzen, Blumenwiesen, natürlichen Wildwuchs oder Totholz als Lebensraum integriert, fördert die Artenvielfalt und verbessert gleichzeitig die Ökobilanz.
Seit 2012 setzt sich die „European Garden Association – Natur im Garten International“ für die Ökologisierung der Gärten und Grünräume ein. Mittlerweile schmücken rund 27.000 „Natur im Garten“-Plaketten die Gartenzäune von Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Italien, Tschechien und der Slowakei. Sie sind ein Zeichen dafür, dass Gärten nach den Kernkriterien von „Natur im Garten“ gepflegt werden und großer Wert auf Biodiversität gelegt wird.
Jahresschwerpunkt 2026: „Pflanze Kräuter. Würze dein Leben.“
Kräuter sind nicht nur kulinarische Zutaten in der Küche, sondern auch wertvolle Nahrung und wichtige Lebensräume für Insekten und Vögel. Sie bereichern jeden Garten mit Duft, leuchtenden Farben und ökologischem Nutzen.
Ein Kräutergarten trägt mit vielfältigen gesunden Pflanzen zur eigenen Gesundheit bei:
Frisch und vitaminreich gelangen die Kräuter nach der Ernte direkt in den Kochtopf.
Die Selbstversorgung ist auch ein Beitrag zum Klimaschutz, denn Transportwege entfallen.
Als Cocktail des Tages empfiehlt die Vorsitzende von NATUR im GARTEN Deutschland e.V., Dr. Heike Glatzel, heute eine gartenfrische „Maggi Mary“.
Rezept im Video: https://www.facebook.com/reel/1864421451185015
Basis: 1 großes Glas Tomatensaft
Kräuter-Kick: ½ TL fein gehackter Liebstöckel und ½ TL fein gehackter Sauerampfer
Dazu: eine Prise Salz und Pfeffer und für die Schärfe (optional) etwas Tabasco
Lebensraum Kräuterbeet
Viele Tierarten finden im Kräuterbeet Lebensraum und Nahrung. Minze beispielsweise ist pflegeleicht und lässt sich leicht vermehren. Die duftenden Blüten sind bei Insekten wie etwa der Dolchwespe beliebt. Diese ist harmlos (greift keine Menschen an) und zugleich ein faszinierendes Beispiel für biologischen Pflanzenschutz im Garten, denn Dolchwespenlarven fressen Engerlinge.
Das Graue Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus) bringt mit seinem würzigen Duft echtes Mittelmeer-Feeling ins Beet. Es ist trockenheitstolerant und bevorzugt warme, sonnige Standorte und ist wertvolle Nektarquelle, etwa für den Kleinen Feuerfalter.
Auch andere hitzetolerante Kräuter wie Lavendel, Ysop, Salbei, Currykraut und Thymian sind pflegeleicht, duften herrlich und bereichern die Küche. Ein schöner Nebeneffekt: Sie werden von Schnecken oft gemieden und bieten Blütenbesuchern wie Schmetterlingen wertvolle Nahrung.
Wichtig zu wissen: Was erwachsene Schmetterlinge anzieht, schmeckt den Raupen oft nicht. Während Falter Nektar von Kräutern wie Wermut, Steppensalbei, Thymian, Heiligenkraut oder Baldrian lieben, brauchen ihre Raupen andere Pflanzen – z. B. Brennnesseln, Schafgarbe oder Wildkräuter. Wer also etwas für Schmetterlinge tun möchte, sollte auch an deren Nachwuchs denken.
Ein besonderer Tipp: Die Kräuterspirale
Sie ist nicht nur ein Blickfang, sondern auch eine ideale Pflanzmethode, denn durch ihre Bauweise finden unterschiedliche Kräuterarten ideale Wachstumsbedingungen. Natursteine speichern Wärme, schaffen ein eigenes Mikroklima und bieten gleichzeitig wertvolle Verstecke für Insekten, Eidechsen und Co. So verbindet die Kräuterspirale Genuss, Gestaltung und Artenschutz – eine kleine Oase für Mensch und Natur.

